Was tun Musiker, die schon in ihren Bands sind, sich dort auch wohlfühlen, denen dort aber trotzdem noch etwas fehlt? Im besten Fall tun sie sich zusammen und gründen eine weitere Band. Im Falle der Little Sinners traf ein Zufall auf ein paar glückliche Umstände.

Während eines angeregten Thekengesprächs zweier Gitarristen kam die Sache ins Rollen. Dabei fiel u.a. der Satz "Also ich bin eigentlich völlig ausgelastet und möchte sicher in keiner weiteren Band mitspielen ... ausser es wäre eine Rolling Stones Coverband." Die Antwort kam schnell und überraschend, wie ein Albert Collins Lick: "Da hätte ich auch total Lust drauf ... und den passenden Drummer und Bassisten wüsste ich auch schon." Boommmm !!! Ja, so einfach kann es manchmal sein. Und die einfachsten Dinge sind meist auch die besten.

Schnell waren wir uns darüber klar, dass die Stones geil sind, aber dass es auch noch tonnenweise andere Musik gibt, die wir ebenfalls gerne spielen möchten. Da es uns besonders die country-orientierten Stücke angetan hatten, welche die Stones zwischen Ende der 60er bis Mitte der 70er herausgebracht haben, z.B. das wunderbare Honky Tonk Women, lag es nahe, dass man sich auch im Country Rock Bereich umsieht. Damit sind nicht irgendwelche Cowboyschnulzen und Lagerfeuersongs gemeint ("... oh, wir haben beide Sorten, Country und Western..."), sondern Rockmusik mit einer speziellen Färbung, die ursprünglich aus dem Country kommt. Diese Musik ist vor allem in Nordamerika sehr angesagt und hierzulande vergleichsweise unbekannt. Deshalb klingt sie für hiesige Hörgewohnheiten auch so angenehm frisch und unverbraucht.

Nicht weit vom Country Rock liegt der Southern Rock; dessen bekannteste Vertreter sind Lynyrd Skynyrd. Die phonetische Nähe unseres Bandnamens zu dieser musikalischen Südstaatenlegende mag sich zufällig ergeben haben, aber wenn uns jemand darauf anspricht, dann erheben wir keinen Widerspruch. So falsch liegt man mit dieser Annahme auch wieder nicht. Auch wenn der ursprüngliche Impuls für die Bandgründung eigentlich aus der Stones Ecke kam.

Es ist uns ein Anliegen nicht nur die Gassenhauer zu spielen die jeder kennt und mag, sondern auch eher unbekannte Stücke und Interpreten. Klar spielen wir Honky Tonk Women, aber eben auch Tumbling Dice oder Dead Flowers, Stones Stücke aus der zweiten Reihe, die nicht jeder kennt, die uns aber trotzdem sehr gut gefallen. Oder Paul Thorn ... kennt den hier jemand? Wer zu einem Little Sinners Konzert geht hat dann zumindest einige seiner Stücke gehört.

Die Little Sinners heben sich nicht nur durch das Repertoire, sondern auch durch den Sound von anderen regionalen Rockbands ab. Die Gitarren klingen wie bei unseren Vorbildern meist relativ clean oder leicht angezerrt, nur selten verwenden wir mehr Gain. Dadurch sind auch die Feinheiten zu hören, die anderswo im Verzerrungsgewitter untergehen. Laut sind wir trotzdem, das gehört einfach dazu ... it´s only Rock´n´Roll ... womit wir wieder bei den Stones wären.